3. Die Kaliwichtel (archiviert)

3. Die Kaliwichtel

(FTF: Miss Elli und Sir Molch, Molch Junior)

(Dank an Jorge94 für den Beta-Test)


Zu einer Zeit, als es noch sehr gemächlich zuging, waren die Kaliwichtel bei den Menschen sehr beliebt. Sie versorgten die Nienhagener und Wathlinger Bevölkerung mit dem nötigen Salz, die es zum Kochen, Pökeln und Würzen verwandte. Lange Zeit bevor das Salz auf industrielle Art und Weise gefördert wurde, holten die Kaliwichtel das „weiße Gold“ für die Menschen ans Tageslicht. Ja, das Salz war vor Jahrhunderten so kostbar, dass man es oftmals sogar mit echtem Gold aufwog.

Jedermann wusste, dass die freundlichen Kaliwichtel tiefe Stollen in die Erde trieben, doch kaum jemand wusste an welcher Stelle. Unsere kleinen Freunde hinterließen bei Ihrer Arbeit auch keinerlei Spuren, denn der anfallende Abraum wurde fein säuberlich von zwei freundlichen Steinriesen beiseite geschafft indem Sie das köstliche, mit Salz versetzte Gestein verspeisten. Leider, wie so oft, war es den fleißigen Wichteln nicht vergönnt, den geheimen Ort der Stollen auf ewig vor den Menschen zu bewahren. Missgünstige Steinriesen, so hieß es, hätten den Menschen die entscheidenden Abbaustellen verraten.

Von nun an förderten die Menschen selbst mit modernen Maschinen das Salz in ungeahnten Mengen zu Tage. Nicht einmal alle Steinriesen zusammen, die in dieser Gegend lebten, konnten den ganzen Abraum vertilgen. So entstand wohl auch der noch heute sichtbare Kaliberg, einige Kilometer von hier entfernt. Von nun an war es schlecht um die Arbeit unsere Kaliwichtel bestellt, jedoch das schlimmste Ereignis stand ihnen noch bevor.

Die Menschen, getrieben von Habgier und Größenwahn, lieferten sich einen länderübergreifenden, noch nie da gewesenen Krieg. Diese Gegend hier, in der Erdöl für die Kriegsmaschinerie gefördert wurde, wurde von Flugzeugen heftig bombardiert. Die so entstandenen riesigen „Bombentrichter“, sind noch heute besonders gut aus der Luft zu sehen. Unsere Kaliwichtel gerieten bei den Menschen nicht nur in Vergessenheit, nein, auch ihre winzige Förderanlage wurde durch die Bombenangriffe völlig zerstört.

 

Die Wichtel jedoch, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in dem sogenannten „Robinson-Wäldchen“ befanden, blieben unversehrt. Seit dem wurden die fleißigen Gesellen von keiner Menschenseele mehr gesehen – einzig ein kleiner Werkstattschuppen soll bis heute überdauert haben.
Diesen Schuppen gilt es nun zu finden.

 

 

4. Max der Moorräuber (GC40583)

4. Max der Moorräuber

(Besonder Dank gilt Jorge94, der sich mit mir die Zeit nahm um diesen verwunschenen Ort ausfindig zu machen. Er scheute weder Dunkelheit, nasse Füße, noch kilometerweites Wandern im Nirvana...)

Max, der Moorräuber, ein finsterer und verschlagener Kumpane und Halbwesen, trieb vor vielen Jahren mit seiner Bande (den „Großmoorräubern“) sein Unwesen im ehemaligen großen Moor.

In dieser schwer zugänglichen Gegend kontrollierte Max Moorräuber und sein boshaftes Gesindel von je her den gesamte Torfabbau. Von ihren Beutezügen brachten die Großmoorräuber häufig Gefangene mit, die mühsam den Torf im großen Moor freilegen und endlose Entwässerungsgräben schaufeln mussten. Nachdem der Torf den Sommer über auf einem großen Sammelplatz ausgetrocknet war, karrte Max mit seiner Meute die Torfstücke bequem über den alten Postweg in alle Himmelsrichtungen zum Verkauf. Die Menschen brauchten den Torf im Winter dringend zum Heizen und zahlten ihm bereitwillig jeden Preis, den er verlangte. Lange Zeit war es den Menschen ein Rätsel, wo die Großmoorräuber ihr Versteck hatten und wo sich die schier unerschöpfliche Torfquelle befand.

Während eines besonders harten Winters verlangte Max Moorräuber Preise für den Torf, die kaum mehr zu bezahlen waren. Viele Menschen gaben ihr letztes Geld für ein Stückchen Torf zum Heizen. Als Max und Konsorten eines Abends vom Celler Marktplatz kamen – gröhlend und schadenfroh die vielen Geldmünzen zählend – sprang ein todesmutiger Bursche unbemerkt von einem Baum in ihren leeren Torfanhänger. Er duckte sich schnell und beobachtete gespannt durch die Ritzen der Holzplanken, wo die gierige Horde wohl ihr Lager haben mag. Nach einigen Kilometern durch dichteste Wildnis machte die Kolonne auf einer Waldlichtung halt. Die wilde Meute begann sofort ein großes Saufgelage. Lautlos schlich der mutige Bursche von dannen, berichtete in der Stadt von dem Erlebten und verriet den Weg zu den Moorräubern. Die Menschen waren so zornig auf Max, dass kaum jemand in der Stadt blieb, als es hieß: „Auf, auf in den Wald. Packen wir uns das Räubergesindel!“

Bald darauf sahen (und hörten) Max und seine Mannen schon von Weitem einen langen, sich schnell nähernden Fackelzug. Sie ahnten nichts Gutes, nahmen Hals über Kopf Reißaus vor der nahenden Gefahr, ließen alles stehen und liegen und verschwanden in den dunklen Weiten des großen Moores.

Genau so trug es sich vor langer Zeit zu - und von jenem Tag an bauten die Menschen den Torf im großen Moor selbst ab. Max jedoch und seine Räuberbande wurde nie wieder gesehen. Nur noch einige Relikte erinnern an den Lagerplatz der Großmoorräuber. Ob Du ihn wohl findest?

 

                                                                                                    Geschrieben von "Leff-Frau"


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